Tanz auf dem Vulkan

Dieses Programm führt an die Wende von den 1920er zu den 1930er Jahren und damit mitten hinein in eine höchst turbulente Zeit, in der einige kulturelle Entwicklungen ihren Ausgang genommen haben, an die nach dem Krieg insbesondere im Osten Deutschlands angeknüpft wurde. Bei allen Werken handelt es sich um sogenannte angewandte Musik, die also für den Film oder das Theater komponiert wurde. Kurt Weills ›Kleine Dreigroschenmusik‹ transferiert die größten Hits aus der damals mit sensationellem Erfolg aufgeführten Dreigroschenoper in instrumentalen Fassungen in den Konzertsaal. Die Jazz-Suite Nr.1 entstand im Zusammenhang mit Schostakowitschs Tätigkeit in der sowjetischen Jazz-Kommission. Freilich ist das kein eigentlicher Jazz, sondern ähneln die drei Sätze eher typischen Kinomusiken und der berühmte Walzer fand später tatsächlich in Filmen Verwendung, sowohl in der Sowjetunion als auch in Stanley Kubricks ›Eyes Wide Shut‹. Auf eine Filmmusik geht auch Hanns Eislers Suite Nr. 3 zurück, nämlich auf ›Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt‹ (1932), einem überaus eindrucksvollen proletarischen Film, für den Eisler u.a. das berühmte ›Solidaritätslied‹ schrieb, das in der Suite als Finale erklingt.
Aus Frustration über die Oper hat sich Paul Dessau nach eigenem Bekunden dem Film zugewandt und übernahm 1928 die Leitung der Kinomusik am Berliner Kino Alhambra am KuDamm. Aus dieser Zeit stammen seine Filmmusiken zu den frühen-Walt-Disney-Animationsfilmen, die wir live zu den bewegten Bildern präsentieren.

Um 19.00 Uhr findet im Veranstaltungsraum der Bibliothek im 1. Obergeschoss eine Konzerteinführung statt. Der Zutritt ist nur mit einem kostenfreien Ticket möglich. Ihr Ticket buchen Sie hier.

Besondere Informationen zu Ihrem Konzertbesuch aufgrund der aktuellen Lage durch SARS-CoV-2 (Coronavirus) finden Sie hier.

 

Kurt Weill
Kleine Dreigroschenmusik (1929)
Dmitri Schostakowitsch
Jazz-Suite Nr. 1 (1934)
Hanns Eisler
Suite ›Kuhle Wampe‹ (1931/32)
Paul Dessau
Musik live zu Animationsfilmen von Walt Disney (1928)

Jonathan Stockhammer | Dirigent
Dresdner Philharmonie

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