Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

Doppelbödigkeit

Der Terror und politische Druck des stalinisti­schen Musiklebens trafen 1936 Dmitri Schos­takowitsch direkt. Der offenen Androhung von Konsequenzen konnte sich der Komponist nur entziehen, indem er sich als Geläuterter gab – die Fünfte war der Versuch einer öffentlichen Rehabilitierung. Doch ist die Interpretation der Symphonie nie eindeutig: Richtet sich der Militärmarsch im ersten Satz gegen äußere Feinde oder vielmehr gegen den sowjetischen Terror selbst? Führen Ländler und Blaskapelle im zweiten Satz das System Stalins ad absur­dum? Wem gilt der bewegende Klagegesang des dritten Satzes? Und wirkt der Jubel des Finales nicht, wie Schostakowitsch später be­haupte, wie »unter Drohungen erzwungen«?

Veranstalter: Sächsische Staatskapelle Dresden

Mieczysław Weinberg
Trompetenkonzert op. 94
Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Andrés Orozco-Estrada | Dirigent
Håkan Hardenberger | Trompete
Sächsische Staatskapelle Dresden

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