Die Konzertsaalorgel

Die Konzertsaalorgel im neuen Saal des Kulturpalast entstand als einmaliges Projekt bürgerschaftlichen Engagements. Als Bauherr mit allen Verpflichtungen wie Konzeption, Planung, Finanzierung und Durchführung fungiert der Förderverein der Dresdner Philharmonie. Dieser ermittelte mit Unterstützung eines erfahrenen Orgelberaters Gesamtkosten für die Orgel von 1,3 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt Dresden erklärte sich bereit, bei Einwerbung von 1 Million Euro durch den Förderverein die fehlenden 300.000 Euro dazu zu geben.

Also hieß die Aufgabe, 1 Million Euro an Spenden zu organisieren. Dazu wurden u. a. Patenschaften für Orgelpfeifen ins Leben gerufen mit dem Ziel, möglichst viele Menschen mit dem Spendenziel Konzertorgel zu verbinden. Jeder, der sich beteiligen wollte, konnte sich seine Lieblingspfeife aussuchen und je nach Geldbeutel für 50, 100, 250, 500, 1.000 oder 2.000 Euro selbst Pate einer Orgelpfeife werden oder diese einem anderen schenken. Darüber hinaus konnten für die Finanzierung der Orgel auch Stuhlpatenschaften abgeschlossen werden. Mit einem dauerhaft angebrachten Messingschild an „seinem“ Stuhl ist der Inhaber einer Patenschaft auf alle Zeit im neuen Saal präsent. Im Dezember 2015 wurde die magische Marke 1 Million Euro und damit das große Ziel erreicht - zur großen Freude aller Spender in und um Dresden, aus ganz Deutschland und vielen Ländern der Welt.

Die Orgel bildet den Schlussstein in der imposanten Orgellandschaft Dresdens und krönt den neuen Konzertsaal im Kulturpalast. Nun bietet sich für Dresden die Chance, auch auf diesem Gebiet international mit den besten Sälen zu konkurrieren.

Eine gute Orgel muss in den Raum hinein komponiert werden. Gerade das optische und vor allem akustische Zusammenspiel mit dem Raum macht das Besondere, Individuelle und Unverwechselbare einer jeden Orgel aus. Die neue Orgel im Kulturpalast korrespondiert technisch und klanglich mit den speziellen Anforderungen der Raumakustik im neuen Konzertsaale. So kann sie ihren besonderen musikalischen Aufgaben im Konzertbetrieb besonders gut erfüllen.

Fünf große Klangwerke werden von vier Manual- und einer Pedalklaviatur angespielt. Jedes Teilwerk erhält seinen ausgewählt eigenen Klangcharakter: Das Hauptwerk fungiert als kraftvoll führender klanglicher Kern, das Pedal als großes und zugleich anschmiegsames Bassfundament. Das II. Manual hat den Schwerpunkt auf deutscher Romantik, das III. Manual ist englisch und französisch orientiert, und das IV. Manual ist mit ausgeprägten Klangfarben der englischen und amerikanischen Spätromantik ausgestattet.

Die Orgel verfügt über fast 4.000 Pfeifen in 56 Registern. Es gibt schon seit längerem den Wunsch, die Orgel durch vier weitere ganz besondere Register zu krönen. Für diese vier „Kronjuwelen“ der Königin der Instrumente werden noch 50.000 Euro benötigt, die der Förderverein bis zur Einweihung der Orgel Anfang September 2017 einwerben möchte.

Rundgang in der Werkstatt der Eule Orgelbau GmbH
Foto © Dresdner Philharmonie | Die Intendantin der Dresdner Philharmonie, Frauke Roth, während eines Rundgangs in der Werkstatt der Eule Orgelbau GmbH.