Wenn die ersten Töne von Strauss‘ Tondichtung „Also sprach Zarathustra“ erklingen, glauben nicht wenige, sie hörten Filmmusik. Das ist richtig: die markante Anfangsfanfare wurde durch Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ schlagartig weltberühmt. Komponiert wurde sie aber über 100 Jahre früher und hatte mit dem Weltall gar nichts zu tun, Strauss dachte eher an philosophische Fragen, wie sie Friedrich Nietzsche gestellt hatte. Beantwortet hat er sie in diesem Werk jedoch (auch) nicht, das Ende bleibt nämlich harmonisch „ungelöst“.
Filmmusik glaubt man auch in Barbers Violinkonzert zu hören, obwohl die Musik nie in Filmen verwendet wurde. Vielleicht tragen dazu eingängige Melodien und besonders der zweite, sehr emotionale Satz bei. In den USA ist es so beliebt, dass es zu den am häufigsten gespielten Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts gehört.
Ganz bewusst klassisch hat dagegen Sergei Prokofjew komponiert, als er seine Erste Sinfonie schuf. Beim Komponieren stellte er sich mit einem Augenzwinkern vor, wie Haydn im 20. Jahrhundert klingen würde. Herausgekommen ist eine der kürzesten Sinfonien überhaupt, sie dauert nur eine Viertelstunde und wurde sofort ein Publikumserfolg.
Programm
Sergei Prokofjew
Sinfonie Nr.1 D-Dur "Klassische Sinfonie"
Samuel Barber
Violinkonzert
Richard Strauss
"Also sprach Zarathustra"
Mitwirkende
Vasily Petrenko
Dirigent
Julia Fischer
Violine
Dresdner Philharmonie
Orchester