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Das Cabinet des Dr. Caligari

Schiefe Häuser und gemalte Schatten – die Kulissen in diesem Meilenstein des deutschen Film-Expressionismus sind absichtlich unrealistisch gebaut, denn sie spiegeln psychische Zustände wider und sollen ein Gefühl von Unbehagen erzeugen. „Das Cabinet des Dr. Caligari“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Jahrmarktschaustellers, der den Schlafwandler Cesare vorführt, einen Somnambulen, der angeblich die Zukunft vorhersagen kann. Kurz darauf geschehen mysteriöse Morde, und Cesare gerät unter Verdacht. Die Handlung entfaltet sich als Rückblick eines jungen Mannes namens Francis, der versucht, die Wahrheit aufzudecken. Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass die gesamte Geschichte aus einer unerwarteten Perspektive erzählt wurde. Realität und Wahnsinn lassen sich kaum noch trennen. Der 1920 gedrehte Film hatte großen Einfluss auf spätere Horror- und Thrillerfilme bis hin zu Hitchcock und Film noir. Bei uns wird der Film auf der großen Leinwand begleitet von dem großen französischen Orgelvirtuosen und Komponisten Thierry Escaich, der mit seiner legendären Improvisationskunst schon bei seinem letzten Stummfilmkonzert („Sunrise“ von Murnau) enthusiastisch gefeiert wurde und der die ganz besonderen Stimmungen des Films auf der großen Konzertorgel hervorheben wird.

Im Rahmen der Dresdner Stummfilmtage

Programm

Robert Wiene
"Das Cabinet des Dr. Caligari" Stummfilm, Deutschland 1920

Mitwirkende

Thierry Escaich
Orgel