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Es war einmal in Amerika

Ein Abend, der mit seinem Titel bewusst provoziert: „Amerika“ als Klangmythos zwischen Broadway-Glamour, Jazzrauch, Großstadtlichtern und der bittersüßen Melancholie der Moderne. Unter der Leitung von Andrea Barizza, der die Dresdner Bläserphilharmonie seit Oktober 2019 mit Dynamik, Feingefühl und klaren musikalischen Vorstellungen prägt, wird daraus ein Programm, das eher Kino im Kopf als Museumsbesuch ist.
Los geht es mit Leonard Bernsteins Candide Overture in der Bläserfassung von Clare Grundman: ein Auftakt wie ein perfekt getimter Vorhangaufzug, spritzig, virtuos, voller Bühnenenergie und mit jenem typisch bernstein’schen Augenzwinkern, das sofort Spannung in den Raum bringt. Danach öffnet sich mit George Gershwins Rhapsody in Blue (Arr. Doksister-Andrews) der große amerikanische Klangraum zwischen Jazzfarben, Sehnsucht und pulsierender Metropole. Hier tritt Gaetano di Bacco als Solist in den Vordergrund: ein international gefragter Saxophonist, bester Saxophonist Italiens und Professor, der den „Blue“-Sound nicht nur glänzen lässt, sondern ihm eine Stimme gibt, die gleichzeitig singt, erzählt und elektrisiert.
Mit Roberto Molinellis Tango und Broadway aus Four Pictures from New York wird die Stadt zum Schauplatz wechselnder Perspektiven: mal elegant und gefährlich nah am Tango-Glanz, mal grell und federnd wie eine Showtreppe im Rampenlicht. Ganz bewusst setzt das Programm danach ein Zeichen in Richtung Gegenwart: Ein Gewinnerstück des Winds Composition Contest Saxony (WCCS) ergänzt die Reise um eine neue, preisgekrönte Klangidee, die im Herbst bekannt gegeben wird, und zeigt, dass „Amerika“ hier nicht nur Rückblick, sondern auch Impuls für frische musikalische Handschriften ist. Frank Tichelis Blue Shades führt diesen Faden weiter, mit Groove, Blues-Anklängen und sattem Ensembleklang: lässig an der Oberfläche, hochpräzise im Inneren, und genau deshalb so mitreißend. Den Schlusspunkt setzt Gershwins An American in Paris (Arr. Franco Cesarini), ein musikalischer Blick „von drüben“, voller Tempo, Witz und Straßenszenen in Klangfarben, der den Abend mit Aufbruch und Leuchten ausklingen lässt.
Ein Abend für alle, die „Amerika“ nicht als Landkarte hören wollen, sondern als Soundtrack.

Mitwirkende:
Sinfonisches Bläserorchester der Dresdner Bläserphilharmonie
Gaetano di Bacco, Saxophon
Andrea Barizza, Dirigent

Programm:
Candide Overture - Leonard Bernstein (1918-1990), Arr. Clare Grundman
Rapsody in Blue - George Gershwin (1898-1937), Arr. Doksister-Andrews
Tango und Broadway aus Four Pictures from New York - Roberto Molinelli (*1963)

Pause

Ein Gewinnerstücke des Wettbewerbs WCCS (wird im Herbst bekannt gegeben)
Blue Shades - Frank Ticheli (*1958)
An American in Paris - George Gershwin (1898-1937), Arr. Franco Cesarini

Veranstalter: Dresdner Bläserphilharmonie e.V.

Für weitere Informationen und Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an den Veranstalter; die Kontaktdaten finden Sie auf dessen Website:https://www.dbph.de/