Die Gründung der Tschechoslowakischen Republik 1918 war nicht nur ein starkes Zeichen für die Demokratie in Europa, sondern hat auch der Musik in unserem Nachbarland neue Impulse gebracht. Voller Nationalstolz komponierte Leoš Janáček 1926 eine „Sinfonietta“ für seine Heimatstadt Brünn und den neuen Staat, für viele Tschechinnen und Tschechen sie ist heute fast so etwas wie eine zweite Nationalhymne. Beeindruckend ist schon der Beginn, der sage und schreibe 14 Trompeten verlangt, dazu noch vier Posaunen und drei Tuben.
Stolz auf die slawischen Wurzeln bewog Janáček auch zur Komposition seiner „Glagolitischen Messe“, denn ihr Text ist keineswegs das sonst übliche Latein, sondern eine frühe Form der tschechischen Sprache, das Altkirchenslawische. Ungewöhnlich für eine Messe ist auch, dass sie gar nicht für den Kirchengebrauch komponiert wurde, sondern als Feier von Natur, Mensch und Urkraft eher für den Konzertsaal. Dennoch spielt die Orgel eine herausragende Rolle, ihr Part ist höchst virtuos und wird bei uns von Palastorganistin Iveta Apkalna übernommen.
Programm
Leoš Janáček
Sinfonietta für Orchester
„Glagolitische Messe“ für Soli, Chor, Orgel und Orchester
Mitwirkende
David Robertson
Dirigent
Katerina Knìžíková
Sopran
Lucie Hilscherová
Alt
Pavol Breslik
Tenor
Jan Martiník
Bass
Iveta Apkalna
Orgel
Prager Philharmonischer Chor
Chor
Blechbläser aus der Janácek Philharmonie Ostrava
Ensemble
Dresdner Philharmonie
Orchester