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Ich will Zeugnis ablegen bis zum Letzten

Verfolgung, Demütigung, Angst – die Tagebücher des Dresdner Romanistikprofessors Victor Klemperer aus der Zeit des Nationalsozialismus beschreiben anschaulich und bedrückend die Verfolgung von Juden ab 1933. Auch zum Christentum konvertierte Juden wie Klemperer wurden aus ihren Ämtern und später den Wohnungen vertrieben, sie wurden überwacht und eingeschüchtert. Nicht selten trieb ihre verzweifelte Situation sie in den Selbstmord. Klemperer überstand die Zeit, nicht zuletzt durch das Schreiben. 1995 veröffentlicht, wurden Klemperers Tagebücher sofort zu Bestsellern. In ihnen zeigt er sich als genauer und kritischer, aber auch selbstkritischer Beobachter seiner Zeit und seines Milieus. Zu gelesenen Texten aus den Tagebüchern bringt der Philharmonische Chor Dresden gemeinsam mit der Mezzosopranistin Anna Moriová Werke von Komponistinnen und Komponisten zu Gehör, die im Konzentrationslager komponiert wurden, verboten waren oder von den Machthabern instrumentalisiert wurden, sowie zeitgenössische Werke jüdischer Künstler.

Tacheles 2026 | Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen

Programm

Lesung und Musik zum 145. Geburtstag
von Victor Klemperer

Mitwirkende

Iris Geißler
Dirigentin

Roman Knižka
Rezitation

Anna Moriová
Mezzosopran

Martin Levicky
Klavier

Philharmonischer Chor Dresden
Chor