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Dresdner Gedenktag Haydn Messe

Haydns „Nelson-Messe“ entstand 1798 in einer Zeit akuter Bedrohung durch Napoleons Truppen. Die angespannte, stellenweise düstere Klangsprache ist für Haydn ungewöhnlich und spiegelt eine Gesellschaft wider, die um Sicherheit und Frieden bittet. Auch die auffällig präsenten Trompeten und Pauken erinnern an militärische Signale, obwohl sie ursprünglich aus finanzieller Not eingesetzt wurden, wegen Geldmangels fehlten Bläser. Pendereckis „Polnisches Requiem“ blickt mehr als 180 Jahre später auf Krieg und Gewalt zurück, jedoch nicht aus einer Situation der Gefahr, sondern aus der Perspektive des Erinnerns. Es ist kein Requiem für eine einzelne Person, sondern ein musikalisches Denkmal für die Opfer von Krieg, Aufständen und politischer Unterdrückung in Polen. Während Haydns Messe Hoffnung und Schutz erfleht, hält Penderecki Schmerz, Verlust und Trauer bewusst aus. All dies steht auch in Verbindung zum jährlichen Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 und die bleibende Mahnung zu Frieden, Gewaltlosigkeit und Toleranz.

Programm

Joseph Haydn
"Nelson-Messe" („Messe in der Bedrängnis")

Krzysztof Penderecki
Auszüge aus dem "Polnischen Requiem"

Mitwirkende

Hans-Christoph Rademann
Dirigent

Louise McClelland Jacobsen
Sopran

Marie Henriette Reinhold
Alt

Patrick Grahl
Tenor

Matthias Winckhler
Bass

Dresdner Kammerchor
Chor

Dresdner Philharmonie
Orchester