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Mahler 4

Joseph Haydn war ein Star, lange bevor es Stars überhaupt gab. Besonders mit den zwölf Sinfonien, die er für das Londoner Publikum schrieb und die auch in London uraufgeführt wurden, hatte er einen solchen Erfolg, dass er ein richtig reicher Mann wurde. Es gab Merchandising, Fanartikel und Presse, und das Publikum raste regelrecht vor Begeisterung in seinen Konzerten. Das gilt auch für seine allerletzte Sinfonie Nr. 104, die wie mit einem Donnerschlag beginnt und im letzten Satz den Charakter eines böhmischen Volksliedes trägt.
Gustav Mahler hat seine Vierte Sinfonie als sein „heiterstes Werk“ bezeichnet. Das Publikum der Uraufführung fand sie fast zu einfach für Mahler und nahm die elegante Oberfläche nicht ernst – ihre Abgründigkeit verstand man erst später: Der „Himmel“ in Mahlers 4. Sinfonie ist kein erhabener Jenseitsraum, sondern eine kindlich-naive Vision des Paradieses. Ausgehend vom Wunderhorn-Lied „Das himmlische Leben“ zeichnet Mahler eine helle, durchsichtige Klangwelt voller Ironie, Einfachheit und sanfter Entrückung, in der Unschuld und leiser Zweifel nebeneinander bestehen.

Programm

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 104 D-Dur

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 G-Dur

Mitwirkende

Ádám Fischer
Dirigent

Ruzan Mantashyan
Sopran

Dresdner Philharmonie
Orchester